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Die fünfziger Jahre brachten dem KSV ein schöne Blütezeit. Bürger aus allen Schichten schlossen sich dem Verein an. Da waren
Rechtsanwälte und Rentner, Ärzte und Arbeiter, die ihrem gemeinsamen Hobby frönten. Es konnten spielstarke Mannschaften gebildet werden, die seit 1949 im Hessischen Schachverband aktiv waren. Als l. Vorsitzende
dienten Friedrich Corves dem Verein und ab 1952 Dr. Theodor Tillmann. Im Jahre 1954 wurde Curt Hillesheim zum l. Vorsitzenden gewählt, der den Verein acht Jahre lang, bis 1962. mustergültig leitete.
Am 17.
November 1951 feierte der KSV sein 30. Stiftungsfest im Bootshaus auf der Nahebrücke. Großmeister Bogoljubow ließ es sich nicht nehmen, erneut als Simultanspieler nach Bad Kreuznach zu kommen. Fritz Sämisch spielte
am 11. September 1953 im "Reichshof" blind gegen sechs Spieler gleichzeitig, was in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregte. In dieser Zeit konnte der KSV zunehmend Bedeutung gewinnen durch gute
Erfolge, zu denen auch aktive Spieler der amerikanischen Stationierungstruppen nicht unwesentlich beitrugen: Hans Berliner wurde als US-Soldat 1952 Vereinsmeister und spielte während zweier Verbandsrunden an Brett l
der l. Mannschaft, wo er sämtliche Spiele gewann. Berliner hatte später noch größeren Erfolg, als er 1967 Fernschach-Weltmeister wurde. Heute ist er ein bekannter Professor und Computer-Wissenschaftler in den USA.
Sein Landsmann Ivar Dalberg spielte ebenfalls ausgezeichnet Schach und errang 1955 die Kreuznacher Vereinsmeisterschaft.
Neben den amerikanischen Meistern und Curt Hillesheim, der nicht nur als Funktionär,
sondern auch als ehrgeiziger Spieler in Erscheinung trat, ging in diesen Jahren der Stern von Hans Karl Wegener auf. Der damals junge Landwirt aus Fürfeld entriß den Etablierten 1953 die Vereinsmeisterschaft, die er
als Achtzehnjähriger errang. Er blieb bis zu seinem beruflich bedingten Weggang im Jahre 1970 der stärkste Spieler des KSV und gewann sieben Vereinsmeister- und zahlreiche Stadtmeistertitel in Bad Kreuznach.
Sein größter Erfolg war jedoch der Gewinn der Hessischen Jugendmeisterschaft 1954 und der vierte Platz bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Hannover. Im Fernschach wurde er Deutscher Vizemeister der Jugend, als
er punktgleich mit dem Turniersieger wertungsmäßig Zweiter werden konnte.
Der KSV führte in jenen Jahren neben internen gesellschaftlichen Veranstaltungen auch mehrere Ausflüge durch. Partnerschaften mit
Vereinen in Berlin und Hamburg wurden gepflegt, und größere Reisen wurden regelmäßig unternommen. Der KSV wurde auch zum mitgliederstärksten Verein im Unterverband VIII des Hessischen Schachbundes. Mehrere
Vorstandsmitglieder dienten auch dem Verband in verschiedenen Funktionen.
Unbestrittener Höhepunkt der Vereinsgeschichte ist die Organsation und Durchführung des 9. Hessischen Schachkongresses in Bad
Kreuznach 1956. Vom 26. März bis 2. April 1956 trafen sich Hunderte von Schachfreunden in Bad Kreuznach zum Hessischen Kongreß und den Verbandsmeisterschaften. Vorsitzender Curt Hillesheim und sein treuer
Tumierleiter Richard Röger machten sich dabei einen Namen, und sie erhielten viel Lob von allen Seiten. Eine stattliche Anzahl einheimischer Spieler beteiligte sich an diversen Turnieren. Spitzenspieler Hans Karl
Wesener startete im Hessischen Meistertumier B und errang dort einen hervorragenden 4. Platz.
Eine gut aufgemachte Festschrift Bad Kreunacher Schachfestwoche vom 26. März bis 2. April 1956 - 35 Jahre KSV
berichtete, daß Oberbürgermeister Dr. L. Jungermann die Schirmherrschaft übernommen hatte und daß ein Ehrenausschuß gebildet worden war. Es finden sich geschichtliche Beiträge darin und der Hinweis auf ein
umfangreiches Rahmenprogramm. Der KSV erntete viel Lob, wurde vom Verbandspräsidenten A. Seidel beglückwünscht und erhielt eine Ehrenurkunde.
Schach-Echo, die damals weit verbreitete Zeitschrift, schrieb im
Schlußbericht: "(...) Der Kongreß wurde umrahmt durch Ausflüge in die herrliche Umgebung, eine Weinprobe (Graf Plettenberg) und durch einen Festabend, an dem u.a. das von Schachfreund Dr. Schweißguth
(Alsfeld) verfaßte lebende Schachspiel "Caissa" aufgeführt wurde, das sehr großen Anklang fand. Die Zahl der schönen Preise, von Kreuznacher Firmen gestiftet, erregte Aufsehen.
Zum Abschluß
des Kongresses fand der Länderkampf Hessen-Pfalz statt.Bei den Senioren siegle Hessen 15,5:11,5. während sich bei der Jugend die Pfalz mit 11:10 überlegen zeigte. Den Schachfreunden in Bad Kreuznach gebührt für die
unendliche Mühe, die sie sich mit der Ausrichtung des Kongresses machten, höchstes Lob!"
Ein Schlußbericht über diesen Kongreß findet sich im Öffentlichen Anzeiger vom Mittwoch, dem 4. April 1956.
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