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Das fünfzigjährige Bestehen des KSV wurde im Frühjahr 1971 recht bescheiden gefeiert. Man trug zwei freundschaftliche Vergleiche
mit dem ebenfalls 50 Jahre alt gewordenen Verein der "Schachfreunde Frankfurt" aus. Im Hinspiel siegte der mit Spielern aus Bingen und Obersiein verstärkte KSV mit 7,5:6,5 Punkten. Im Rückkampf unterlag
man jedoch in Frankfurt hoch mit 2,5:17,5 Punkten. Am Spitzenbrett hatte der damalige Vereinsmeister Schowalter gegen den Deutschen Meister Walter Jäger bzw. gegen IM Peter Staller keine Chance,
und auch alle anderen Spieler brachten in der Mainmetropole wenig zustande. Als weitere Jubiläumsveranstaltung wurden zwei Reihenspiele von Sigmund Wolk organisiert. Er spielte im "Hotel Klapdohr"
blind an sechs Brettern und tags darauf an 21 Brettern gegen Spieler des KSV.
Im Jahre 1972 wurde Gerd Schowalter zum Vereinsvorsitzenden gewählt; Richard Röger wurde Ehrenvorsitzender. Während Röger
zahlreiche Blitzturniere mit Preisen bedachte und ein willkommenes Sponsoring betrieb, verwirklichte Schowalter neue Ideen. Er führte anläßlich des zehnjährigen Todestages von Curt Hillesheim das
Hillesheim-Gedächtnis-Blitztumier ein, das Silvesterblitzturnier am letzten Spielabend des Jahres , belebte Freundschaftstreffen mit anderen Vereinen (BfA Berlin, Kiel, Dudelange/Luxemburg, Bad Bergzabem, Wittlich
u.a.), gesellige Veranstaltungen, Ausflüge, aber auch wieder Thematumiere und vor allem die Jugendarbeit. Die Pressearbeit wurde verstärkt wie zu Zeiten Hillesheims, und die Mitgliederzahl stieg stetig an, um
etwa 1980 mit 112 zahlenden Schachfreunden eine Rekordzahl zu erreichen.
Als neuer Spitzenspieler kam Konrad Bold aus Pirmasens, der dreimal Vereinsmeister und siebenmal Stadtmeister werden konnte. Als Lehrer
in Feilbingert baute er aus dem Nichts einen Schachverein auf, der sich praktisch nur aus seinen Schülern und ehemaligen Schülern zusammensetzte (SK Feilbingert!).
Leider spielte Bold auch bald die
Mannschaftskämpfe für seinen Verein und führte ihn zusammen mit seinem gelehrigsten Schüler, Ottmar Noll, zu großen Erfolgen. Neben Bold und Noll, die noch in Bad Kreuznach erfolgreich waren, kamen Gerd Schowalter,
der viermal Clubmeister wurde, Wilhem Czybulka, Matthias Seebauer und Wolfgang Jung (dreimal) zu Titelehren.
Der absolute Spitzenkönner der siebziger Jahre
war -- Konrad Bold |
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Ende 1977 verließ der KSV den Hessischen Sachbund und schloß sich dem Schachverband Rheinland-Pfalz an
, der 1978 in Bad Kreuznach. im "Bootshaus", gegründet wurde. Die erste Mannschaft spielte zwei Jahre lang in der Landesklasse Ost der Pfalz mit, um schließlich 1979 mit drei weiteren aktiven
Mannschaften in den Spielbetrieb des Unterverbandes Rheinland zu wechseln. Die Kreuznacher Schachfreunde, die schon früh, zusammen mit dem neuen Vorsitzenden des Landesverbandes, Rudolf Schwind
(Rodalben), die Neuordnung des Schachbetriebs betrieben hatten, sahen sich als einer der größten Schachvereine im damaligen Schachbezirk Koblenz (heute: Schachbezirk Rhein-Nahe) verpflichtet, in
überregionalen Gremien mitzuarbeiten. Wolfgang Jung und Matthias Seebauer zeigten einige Aktivitäten, während Gerd Schowalter etwa zehn Jahre im Bezirksvorstand, davon über fünf Jahre als
Vorsitzender, arbeitete. In jener Zeit wurden zahlreiche neue Schachvereine an der Nahe gegründet.
War der KSV noch im Jahre 1976 der einzige Schachverein im Landkreis Bad Kreuznach, so kamen
danach hinzu: Vereine in Feilbingert, Hennweiler, Sobemheim, Burg-Layen, Laubenheim, Weinsheim, Stromberg und Waldalgesheim. Bei praktish allen
Vereinsgründungen standen Kreuznacher Spieler Pate. Aber nicht wenige Schachfreunde wanderten auch ab, um sich den neuen Vereinen anzuschließen.
Einerseits erhielten die jungen Vereine im Landkreis zahlreiche neue Mitglieder aus dem KSV, andererseits gab es auch Abwanderungen aus beruflichen Gründen, von denen besonders die
Großstadtvereine profitierten. Die recht erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins, für die Hugo Klutz, Gerd Schowalter und Hans Jörg Schloer verantwortlich waren, später auch Ralf
Henning Jung und sein Bruder Wolfgang, brachte den Aufstieg einiger Jungtalente, die zumeist aus Studiengründen den Verein verließen: Heijo Höfer, Helmut Wild, Dieter Nees, Frank Lothar
Diehl, Christoph Lex und Jens Dupont. Ihr Weggang bedeutete jeweils einen herben Verlust, zumal sie zu Spitzenspielern ihrer neuen Vereine heranreiften.
Nach langwierigen Verhandlungen wurde der KSV vom Finanzamt Bad Kreuznach im Jahre 1980 als gemeinnützig anerkannt. Die Bemühungen waren erst dann erfolgreich, als der KSV im
Sportbund Rheinland integriert war. Er hatte in Rheinland-Pfalz eine Vorreiter-Rolle gespielt, die allen Schachclubs zugute kam. Der KSV wurde alsbald eine Art Sportverein mit mehreren
Angeboten. Hatte man in früheren Jahren bereits Freizeitprogramme auf Kreuznacher Festen oder mehrere Werbetage im Rahmen der "Trimm-Spiele" organisiert, so bildelen sich jetzt
Spongruppen mit Gymnastik und Fußball, die wöchentlich ein Ausgleichsangebot unterbreiteten. In diesem Zusammenhang gab es auch mehrere Turnieneilnahmen der KSV-Fußballmannschaft
und Freundschaftstreffen mit anderen Vereinen.
Von den schachlichen Höhepunkten sind die Simultangasispiele der Großmeister Ludek Pachman 1977 und 1981 und Wolfgang Unzicker im Jahre1980 erwähnenswert.
Außerdem wurde in der letzten Woche des Jahres 1981 das 60jährige Vereinsjubiläum bescheiden, aber würdig gefeiert.
Es gab ein Einladungsturnier mit acht Kreuznacher und auswärtigen Spielern und ein offenes Haupttumier. Das Meisterturnier (als Einladungsturnier) wurde von Helmut Hürter (Mayen)
gewonnen, das Hauptturnier von dem KSV-Spieler Manfred Grabowski. Die Festwoche wurde abgerundet mit einem Kommers-Abend im Spiellokal mit zahlreichen Ehrengästen. |